Hallo Sehnsucht, danke, dass es dich gibt



Eine unbestimmte Sehnsucht trägt mich durch's Leben und ich bin dankbar für diese Sehnsucht. Sie bringt mich manchmal um, aber sie bringt mich gleichzeitig an die schönsten Orte der Welt. Ich hadere manchmal mit ihr, sie zerrt an meinen Kräften. Und ich frage mich: Kann man je glücklich werden, wenn man immer sehnsüchtig bleibt? Es heißt doch, wer sich immer nach etwas Anderem sehnt, kann nicht dankbar sein für das was ist.

Heute denke ich mir: Ich bin dankbar für die Sehnsucht selbst. Damit akzeptierst du allerdings einen Zustand der Unvollkommenheit, einen Zustand, der nicht vollendet ist. Einen Zustand, der vielleicht niemals vollendet werden kann. Denn eine Sehnsucht, die gestillt wurde, ist keine mehr. Man sagt, verliere dich nicht in deiner Sehnsucht, sonst bist du verloren. Dabei wäre ich doch ohne sie verloren! Sehnsüchtig zu sein bedeutet erregt zu sein: Die Sehnsucht regt dich an, sie regt dich auf, sie hält dich am Leben, sie ist Leben. Und zwischendrin kannst und darfst und sollst du dankbar sein.


Ich bin dankbar und sehnsüchtig zugleich und es hört niemals auf.







Donauinselfest 2022, Ö3 Bühne

Fotos: (c) Carina Antl

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